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Krankheiten von Reptilien

Im Gegensatz zu den Amphibien sind Krankheiten bei wildlebenden, heimischen Reptilien erst seit jüngerer Zeit ein ernsthaftes Thema in Fachkreisen. Aktuelle Studien zeigen aber, dass gewisse Populationen und Arten durchaus Träger von exotischen Parasiten und Pathogenen sind. Derzeit besonders im Fokus steht die Krankheit SFD (Snake Fungal Disease), eine durch den Erreger Ophidiomyces ophiodiicola verursachte Pilzerkrankung. Es ist wahrscheinlich, dass in Zukunft weitere Pathogene und Krankheiten entdeckt werden.

 

Snake Fungal Disease

Diese durch den Pilz Ophidiomyces ophiodiicola hervorgerufene Erkrankung ist vor allem bei Schlangen des nordamerikanischen Kontinents bekannt. Das Krankheitsbild ist variabel, und eine rasche und sichere Diagnose auf optischem Weg schwierig. Erkrankte Tiere zeigen relativ häufig Veränderungen (Läsionen, Verkrustungen) der Haut resp. Beschuppung sowohl im Bauch- als auch Rückenbereich, aber auch im Kopfbereich. Die fortschreitende Erkrankung kann auch lebenswichtige Organe beeinträchtigen und sich auf das Verhalten der Tiere auswirken; die Krankheit kann zum Tod der Tiere führen.

Auf folgenden Websites sind Symptome von SFD bei wildlebenden Tieren fotografisch festgehalten:

Die Pilzerkrankung wurde inzwischen auch in Europa festgestellt, namentlich bei Barrenringelnattern (Natrix helvetica) in Grossbritannien, bei Würfelnattern (Natrix tessellata) in Tschechien, und in jüngster Zeit auch bei einer Barrenringelnatter (Natrix helvetica) im Tessin. Auch Terrarientiere wurden in Europa positiv auf SFD getestet!

Zur Zeit ist nicht bekannt, ob und wie weit das Pathogen in der Schweiz verbreitet ist; das Thema ist aber Gegenstand von laufenden Untersuchungen. Bitte zögern Sie nicht, die karch zu kontaktieren, falls Sie in der Schweiz eine Schlange mit verdächtigen Symptomen angetroffen haben!

 

SFD2013_©Grégoire Meier.jpg (Snake Fungal Disease)
Würfelnatter mit Hautläsionen auf dem Kopf.

 

Foto 2 Finale©Grégoire Meier.jpg
Hautläsionen auf einer mit SFD infizierten Ringelnatter im Tessin. 

Vorbeugungsmassnahmen gegen die Verbreitung von Infektionskrankheiten

Um eine Verschleppung von Krankheitserregern zu vermeiden, ist es sehr wichtig, gewisse Vorsichtsmassnahmen zu berücksichtigen:

  • Schlangen NICHT fangen! Falls der Fang unumgänglich ist, nur mit kantonaler Bewilligung fangen.​
  • Desinfektion sämtlicher Utensilien (Handschuhe, Schlangensäcke, Boxen, Haken etc.) nach Gebrauch (mit Javelwasser (3%) während 2 Minuten oder ≥​ 70% Alkohol während mind. 2 Minuten).​
  • Tragen von Einweghandschuhen beim Manipulieren; Desinfektion der Hände mit entsprechenden Mitteln (Sterilium, Desderman etc.).​
  • Terrarientiere oder wildlebende Reptilien, die mit Terrarientieren in Kontakt waren, unter KEINEN UMSTÄNDEN in die Natur entlassen!