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Zone erbose

saumbiotope

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So diffus die Definition sein mag, was Saumbiotope überhaupt sind, so wichtig sind diese Strukturen für die einheimische Amphibien- und Reptilienfauna in der Kulturlandschaft. Ohne Saumbiotope wäre ihre Situation in den dicht besiedelten und intensiv genutzten Regionen der Schweiz geradezu aussichtslos. Unter Saumbiotopen versteht man eine Vielzahl von schmalen, meist begrenzten Flächen, welche sich einer intensiven Nutzung entziehen. Das können Böschungen, Altgrasstreifen oder Krautsäume entlang von Verkehrswegen, Fliessgewässern, Gräben, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Mauern oder Zäunen sein, aber auch verkrautete Säume entlang von Waldrändern oder Hecken. Meistens handelt es sich dabei um ökologisch wertvolle, lineare Übergangsbereiche zwischen Flächen, die ganz unterschiedlich genutzt werden. Vor allem für Amphibien- und Reptilienarten mit eher geringen Ansprüchen an die Ausdehnung ihres Lebensraums stellen Saumbiotope den Jahreslebensraum dar.
 
Typische Beispiele sind die Blindschleiche oder die Zauneidechse. Rund 20 Prozent aller Zauneidechsenachweise im Schweizer Mittelland stammen aus Saumbiotopen entlang von Bahnlinien, die in Kombination mit dem vegetationsfreien Gleisbereich ideale Bedingungen bieten. Die Eidechsen finden Nahrung und Schutz in der verfilzten Saumvegetation, geeignete Sonnenplätze im Schotterbett. Für anspruchsvollere Arten dienen sie als Korridore zur Vernetzung der ausgedehnteren Lebensräume. In der Schweizer Kulturlandschaft sind Saumbiotope aus Sicht der Lurche und Kriechtiere viel zu selten geworden. Oft sind es gerade die wenig spektakulären Saumbiotope, welche unter dem hiesigen Ordnungssinn zu leiden haben. Sie werden geringgeschätzt und gelten als unordentlich. Entsprechend werden sie entweder untergepflügt oder zu häufig gemäht. Der Verlust von Saumbiotopen läuft oft schleichend und unbemerkt ab; er ist auch kaum quantifizierbar.